-1-
Glaswand

Ihr könnt mich hören,
ihr könnt mich sehen,
doch könnt ihr mich fühlen?
Ihr könnt mich nicht fühlen,
wisst kaum wer ich bin,
ich hinter meiner Wand aus Glas.

Es ist besser für euch, es ist besser
wenn ich hinter der Wand bleibe.
Ihr könnt sie nicht zerstören,
für euch ist sie zu stark.
Zerbrechen könnte ich sie,
doch Scherben können schneiden.
Und Narben habe ich schon genug.

Weit entfernt von euch,
so ist es sicher.
Bei euch und doch alleine
hinter meiner Wand.
Will euch nicht zu nahe kommen,
ihr sollt mir nicht zu nahe sein.

Es tut weniger weh,
wenn ihr dann geht.
Und vergessen werdet ihr mich schnell.
Man kann nicht ewig an
meiner Wand stehen,
es gibt da nicht spannendes zu sehen.

Manchmal, da zieht ihr an mir,
wollt mich holen,
doch zu schnell bin ich
wieder dahinter.
Es ist einfach zu unsicher
ohne meine Wand.
Auch seht ihr mich nicht richtig-
es ist zu eurem besten.

Was ihr sehen würdet,
wäre nicht toll, nicht schön.
Nur langweilig und dunkel,
verdreckt und fettig.
Dumm, wäre ich,
wenn ich euch mich zeigen würde,
ihr würdet schneller weiterlaufen-
vom Ekel getrieben

Einen Berg von Versagen
verbirgt sich dahinter,
verlorene Träume- kindische Träume.

-2-
Eine kleine Seele

Die kleine Seele träumt vom Glück,
es erscheint ihr so weit weg.
Die kleine Seele hungert,
auf dem Weg nach Glück

Sie ist traurig und müde,
sie mag nicht mehr suchen.
Es wird sich eh nicht lohnen,
denn das Glück ist weit weg.

Die kleine Seele hat viele
Träume verloren,
sie kann ja eigentlich auch
nichts erreichen.
Alles ist zu hoch für sie,
sie weiss genau,
dass sie daran zerbricht.

Sie ist einsam auf ihrem Weg,
Gefährten will sie keine.
Niemand der sie versteht,
niemand der sie ernst nimmt.

Die kleine Seele hat beschlossen,
beschlossen nicht mehr zu kämpfen,
Sie hat sich ergeben, mag nicht mehr.
Es wird sich für sie auch
nicht mehr lohnen.

Sie hat vieles verloren auf ihrem Weg,
nur wenig gefunden,
Es tut weh zu erkennen ,
es ist einfacher zu verdrängen.

Die kleine Seele ist nun erwachsen,
träumt nicht mehr weiter,
Lebt ein jedermanns Leben,
man muss ja nicht glücklich sein.

Sie hat vieles aufgegeben,
fühlen muss sie nicht mehr.
So tut es ihr auch nicht so weh,
sie ist zu klein in diesem Leben.

Die kleine Seele weint,
nicht sichtbar für jeden.
Sie hat gelernt sich zu verstecken,
Leben nur zum Schein.

Sie wär so gerne mutig,
doch sie ist zu schwach.
Die kleine Seele braucht nichts,
sie ist dem leben nicht würdig.

Die kleine Seele will frei sein,
fliegen, fühlen und leben.
Sie wartet auf ihre Chance,
wird sie sich noch einmal aufbäumen?

Sie träumt im stillen...

-3-
Gekämpft, gehofft..... verloren!
Du bist wieder da, stärker als zuvor,
drehst meine Gedanken-
wie es dir gerade passt.
Machst mich fertig.. Nur zu!

Ich ergebe mich,
erliege nun unserem Schicksal.
Warum bist du so schnell?
Ich kann dir nicht mehr folgen...

Ich geh aber nicht alleine kaputt,
auch du wirst mit mir untergehen.

-4-
Sterne

Oft seh ich zu ihnen hoch,
sie glitzern im dunkeln,
wie kleine Seelen leuchten sie,
erhellen die Nacht.
So einer- wie der da-
so ein Stern möchte ich sein,
unerreichbar, und doch so hell.

Wär ich ein Stern,
so würde ich leuchten,
sichtbar für jeden der mich sucht.
So einer- wie der da-
ja das wär ich gern.
Frei und so weit weg von hier.

Sag mir, werd ich ein Stern?

-5-
Ich bin verwirrt, orientierungslos
Trage mich durchs Leben, wieso?
Wo soll ich hin, was will ich nun?
Keine Ahnung, keine Ideen.

Einfach gehen, das kann ich gut.
Es führt zu nichts,
bringt mich nicht weiter.
Wo soll es mich aber hinbringen?
Ich habe kein Ziel.

Wo sollte ich ankommen,
was sollte ich finden?
Nach dem Sinn hab ich schon
lange nicht mehr gefragt.
Ich will ihn nicht mal wissen,
ich irre einfach weiter.
Ich brauche nicht viel,
so bin ich keine Verschwendung.

Viele hätten mein leben verdient,
sie würden es besser leben,
wüssten es zu schätzen.
Nicht mal dankbar kann ich sein,
wieso sollte ich für etwas danken,
dass ich nie wollte?

Niemand hat mich gefragt,
niemand mich gebeten.
Gehen darf ich nicht-
wäre ja zu feige.
Ich bin aber zu feige um zu Leben,
zu schwach für diese Welt.

Kämpfen, kämpfen kann ich gut,
aber ich möchte nicht immer kämpfen.
Ich will Ruhe, brauche Pause,
keiner gibt mir die Zeit dazu.

Und wenn ich einfach nicht mehr gehe?

-6-
Gefangen

Ich bin gefangen,
gefangen- in mir.
Ich bin gefangen,
will da raus- aus mir.

Ich bin gefangen,
es gibt keinen weg- aus mir.
Ich bin gefangen,
halte fest- an mir.

Ich bin gefangen,
zu viele zwänge- in mir.
Ich bin gefangen,
es muss brennen- an mir.

Ich bin gefangen,
die Seele schreit- wegen mir.
Ich bin gefangen,
will weg- von mir.

Ich bin gefangen,
und ich kämpfe- gegen mich.
Ich bin gefangen,
im Krieg- in mir.

Gefangen von einer Krankheit,
die Krankheit- ich!

-7-

Wiso kümmert ihr euch um mich?
Ich habe eure Aufmerksamkeit
nicht verdient!
Bin unfähig zu leben,
unfähig zu sterben.

In meiner eigenen
kleinen Zwischenwelt,
ich trotte vor mich hin-
immerzu im Kreis.
Warum zieht ihr mit?

Ihr lasst euch so leicht blenden,
glaubt was ich euch sage...
Oder hört ihr nicht hin?

Spiel ich mit euch, wollt ihr spielen?
Mache euch zu Figuren in
meinem Bizarren Spiel.
Ich mach euch glücklich,
mal auch nicht.

Ihr wollt es doch so!
Oder wollt ihr sehen
wie es mir geht?
Dass ich alles,
wirklich alles so satt habe.

Nein, das wollt ihr nicht.
Heftet mir Selbstmitleid an,
Selbstmitleid?
Nicht mal das hab ich verdient!

Spielen wir noch eine Runde,
“mir geht es schon viel besser!”
Wie euch das freut,
ich zerbreche daran.

Ich hab Mitleid mit euch!
Ihr habt es verdient-
ihr seit nicht schuldig.

-8-

Kalt

Mir ist kalt, ich frier
Die Hände zittern,
ich fühl mich nicht wohl
Woher das kommt-
ich weis es genau
Zu voll bin ich,
Zu voll mit Gedanken,
die ich kaum mehr tragen kann

Trotzdem eine grosse leere,
nichts da
Keine Gefühle, alle weg,
der Hunger hat sie mitgenommen
Gegangen ist er schon lange
Langsam geht alles von mir.

Mir ist kalt, und das seit Tagen
Kalt bin ich schon lange.
Gänsehaut zeigt mir das ich noch bin.
Doch was bin ich?
Wo ist die Freude geblieben?
Auch die hat der Hunger mitgenommen.

Keine Gefühle, und doch tief traurig,
Eine schwere leere trag ich in mir,
wie kann sie leer und doch schwer sein?
Wie viel kann ich noch tragen?
Und wie viel kann ich noch denken?

Mir ist kalt, ich hab Hunger
Hunger nach der Ruhe,
Die Ruhe in mir,
kein durcheinander mehr.
Keine verdrängten Gefühle und
keine verdrängten Gedanken.
Worte in meinem Kopf die schmerzen,
woher kommen die?

Ich mag nicht lieben,
Schon gar nicht mich,
zu lieben wär eine lästige Pflicht.
Zuviel Energie würde es mich kosten,
Das kann ich nicht-
der Hunger hat sie mitgenommen.

Mir ist kalt und ich hab Angst

-9-

Faites vous jeux

Das Spiel geht weiter...
Eure Einsätze bitte!
Auf welche Farbe setzen wir?
Noir - Rouge?
Egal die Kugel dreht sich im Kreis..

Für euch dreht sie sich,
Wo hättet ihr sie gerne?
Freut euch.. ärgert euch!
Die Kugel dreht sich noch im Kreis.

Sie weiss , dass ihr auf sie achtet,
und dreht sich-
schneller und schneller.
So eine Kugel,
kann sieh gehetzt fühlen.
Noch dreht sie sich im Kreis!

Flüchtend, ängstlich und suchend,
Ihr wird schwindelig...
Die Kugel beschleunigt ihr Tempo,
springt aus der Bahn!

Was spielen wir nun?
Faites vous jeux...
Gratis bloggen bei
myblog.de